Das hängt vom Kunstrasensystem ab. Manche Systeme sind für eine Einstreuung ausgelegt, andere ausdrücklich nicht. Der Sand ist dabei keine Abdeckung, sondern ein funktionaler Bestandteil des Aufbaus: Er hält die Fasern aufrecht, gibt der Fläche Gewicht und Stabilität und verhindert Faltenbildung.
Wie viel Sand erforderlich ist, hängt von der Faserhöhe, der Faserart und der Nutzung ab und ist je System festgelegt. Bei einem vollständig sandverfüllten System ist es deutlich mehr als bei einer Matte mit gekräuselter Unterfaser, dem sogenannten Thatch. Dort genügt eine dünne Lage von etwa einem Drittel der Menge eines voll verfüllten Systems, und sie bleibt unter der gekräuselten Faser unsichtbar. Eine allgemeingültige Kilogrammangabe pro Quadratmeter für Kunstrasen gibt es also nicht.
Eine Einstreuung liegt nahe bei längeren Fasern, bei größeren Flächen und überall dort, wo die Fläche intensiv begangen oder bespielt wird. Ohne Einstreuung arbeiten wir bei kleineren Flächen, auf Balkon und Dachterrasse, wo Gewicht und loser Sand unerwünscht sind, bei mobilen oder temporären Anwendungen, bei Nutzung im Innenbereich oder vertikal, und bei dekorativer Nutzung wie in einem Showroom oder auf einer Messe. Es ist also kein Qualitätsunterschied, sondern ein Nutzungsunterschied.
Was wir bauen, wird nicht mit Kunststoffgranulat eingestreut. Das gilt für Gärten ebenso wie für unsere Kunstrasen-Sportflächen, Soccer-Courts und Spielflächen auf Schulhöfen. Wo eine Einstreuung nötig ist, verwenden wir Quarzsand. Diese Unterscheidung lohnt sich, denn die öffentliche Debatte über Einstreumaterial betrifft Kunststoffgranulat und nicht Sand.
Eine Einstreuung verändert den Aufbau und damit mehr als nur das Erscheinungsbild. Ein eingestreutes System liegt schwerer und dadurch stabiler. Für die Pflege bedeutet es, dass sich Einstreusand mit der Zeit verdichten kann, sodass Aufbürsten zum normalen Pflegeumfang gehört. Und das Brandverhalten gehört zum vollständigen Aufbau, also zu Matte und Einstreuung zusammen. Wir haben ONE-DNA™ Systeme sowohl mit als auch ohne Sandeinstreuung prüfen lassen. Welche Ergebnisse je Aufbau vorliegen, finden Sie unter Ist Kunstrasen brennbar?. Daraus folgt keine allgemeine Regel, dass Sand eine bestimmte Brandklasse ergibt, denn das unterscheidet sich je System.
Für die Planung in Deutschland ist dabei die Verordnung (EU) 2023/2055 relevant. Sie untersagt den Verkauf von Kunststoffgranulat als Einstreumaterial für Sportflächen ab dem 17. Oktober 2031. Bestehende Flächen sind davon nicht betroffen, die Regelung richtet sich auf das Inverkehrbringen des Granulats. Wer heute eine Fläche plant, trifft mit der Wahl der Einstreuung also eine Entscheidung mit langer Wirkung. Die von uns nach DIN EN 1177 geprüften Fallschutzaufbauten für ONE-DNA™ Play 24 arbeiten mit 25 kg/m² Quarzsand.
Sind Sie unsicher, ob Ihre Anwendung besser mit oder ohne Einstreuung ausgeführt wird? Diese Entscheidung hängt mit der Faserwahl, der Nutzung und dem Untergrund zusammen. Sehen Sie sich die Systeme an oder besprechen Sie Ihre Situation in einem Orientierungsgespräch.
Wir sind für Sie da.